Erektile Dysfunktion
Es gibt in Deutschland rund 4,5 Millionen Männer mit einer erektilen Dysfunktion. Das sind ca. 20% aller Männer von 30 bis 80 Jahre wie in einer Studie ermittelt wurde.
Viele Männer mit Erektionsstörungen fühlen sich nicht mehr als "richtiger" Mann, sondern als Versager. Das Selbstwertgefühl ist gering, was negative Auswir-kungen auf Partnerschaft, soziale Kontakte und Arbeitsfähigkeit zur Folge hat. Häufig ziehen sich Männer von ihrer Partnerin zurück, gehen allen Zärtlichkeiten aus dem Weg und verweigern ein Gespräch über ihren Zustand.
Die Ursachen der Erektionsstörungen sind vielfältig. Es wird zwischen körperlich bedingten und psychisch oder auch partnerschaftlich bedingten Erektionsstö-rungen unterschieden, wobei auch körperliche Funktionsstörungen die Psyche erheblich beeinträchtigen. Es ist unbedingt eine genaue Untersuchung zur Klärung der Ursachen nötig, um ganz individuell eine Therapieform finden und einen Behandlungsplan erstellen zu können.
Therapiemöglichkeiten
Medikamente und Hormone
Eine der häufigsten Behandlungen ist die orale medikamentöse Therapie in Form von Tabletten. Hierzu stehen unterschiedliche Wirkstoffe zur Verfügung, die bereits in vielen klinischen Tests ihre Wirksamkeit bewiesen haben. In den letzten Jahren sind die Wirkstoffe Sildenafil (Viagra) und dessen Nachfolger sowie das Apomorphin für viele Formen der Erektionsstörungen mit Erfolg eingesetzt worden. Leider sind mit den Erfolgen auch die unerwünschten Wirkungen zu verzeichnen. Sie müssen alle vom Arzt verschrieben und die Anwendung streng überwacht werden, denn gerade Patienten mit zusätzlichen Gesundheitsproblemen sind leicht von Nebenwirkungen betroffen!
SKAT und intraurethrale Applikation
Eine andere medikamentöse Therapie ist die SKAT. SKAT ist die Abkürzung für Schwellkörper-Autoinjektionstherapie und bedeutet, dass der Patient sich vor dem Geschlechtsverkehr selbst ein Medikament in den Penis spritzt.
Mechanische Erektionshilfen
Es gibt aber auch Betroffene, bei denen die medikamentöse Therapie nicht anspricht oder wegen möglicher Nebenwirkungen nicht angewendet werden darf. In diesen Fällen kann versucht werden, mittels einer Vakuumerektionshilfe mechanisch eine Erektion zu erzeugen.
Operationen
Das Schwellkörpergewebe kann aber auch so eingeschränkt in der Funktion oder die versorgenden Gefäße so stark geschädigt, dass nur noch operative Maßnahmen helfen können.
Diese Verfahren sind nur bei einer sehr geringen Zahl von Patienten überhaupt angebracht, deshalb waren die Medikamente und Erektionshilfen bisher Mittel
der Wahl.
Reizstromtherpie
Eine sehr gute Alternative zu den beschriebenen Möglichkeiten ist die Reizstrom-therapie. Sie ist ein einfaches, kostengünstiges und nebenwirkungfreies Ver-fahren. Die Erkenntnisse über den Wirkungsmechanismus aus der Schmerz-therapie oder der Inkontinenzbehandlung machte man sich für die Behandlung von Erektionsstörungen zunutze. Die Reizstromtherapie führt nicht etwa direkt zu einer Erektion, sondern behandelt die häufigsten Ursachen einer Erektions-störung wie die Beckenbodenschwäche und das Versagen der Schwellkörper-muskulatur und sorgt für eine bessere Durchblutung.
Der Patient erhält für die Heimanwendung ein handliches, batteriebetriebenes Gerät. Zur Behandlung bringt er zwei selbstklebende Elektroden auf dem Penis an, die über ein Kabel mit dem Gerät verbunden werden. Je nach persönlichem Empfinden wird die Stromstärke eingestellt. Die Behandlung sollte mindestens einmal täglich über einen Zeitraum von 3-6 Monaten erfolgen.
Der wesentliche Vorteil der Reizstromtherapie liegt darin, dass der Anwender völlig unabhängig von medizinischen Einrichtungen ist und die Therapie zeitlich individuell gestalten kann. Vor allem aber wird die Partnerschaft nicht durch die Anwendung von Erektionshilfen oder Medikamenten unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr belastet.
Reizstromgeräte können vom Arzt verschrieben werden. Die Krankenkassen übernehmen meist die monatliche Miete dafür. Im Gegensatz dazu wird die medikamentöse Therapie, vor allem mit Sildenafil, nicht ohne weiteres von den Krankenkassen übernommen. Inzwischen gibt es auch frei verkäufliche Geräte, die diskret im Sanitätshandel oder über das Internet bezogen werden können.
Erektionsstörungen





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