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Transkutane Stimulation des N. tibialis post zur Therapie der überaktiven Blase

19.8.2011, Dr. med. B. Disselhoff, Wetzlar


Die Stimulation des N. tibialis post. an der Innenseite des Unterschenkels hat sich bei sowohl den Symptomen der überaktiven Blase und der Dranginkontinenz, wie auch bei der Stuhlinkontinenz bewährt. Die Stimulation kann mittels einer Nadelelektrode erfolgen, oder einfacher und nichtinvasiv mittels TENS- Elektroden. Mit letzterer Methode hat das Team von Marianne de Seze, Universitätsklinik Bordeaux, in einer prospektiven, multizentrischen Studie 70 Patienten mit multipler Sklerose behandelt, die seit 2 Jahren an einer überaktiven Blase litten.

Über 3 Monate lang wurde 20 Minuten täglich stimuliert (Tenstem eco, 20 Hz, 200µs). Die laufende Therapie wurde beibehalten. Am Tag 0, 30 und 90 wurden die verschiedenen Inkontinenzsymptome und die Lebensqualität mit Hilfe von Fragebögen und Protokollen (MHU, ISPU) erfasst. Zystometrien erfolgten randomisiert am Tag 0 und am Tag 90 standardmäßig. Am Tag 30 und 90 zeigten ca. 83% der Patienten eine klinische Verbesserung, die signifikant gegenüber dem Tag 0 war.

Die Zystometrie ergab eine Erhöhung der Kapazität und/oder des Reflexvolumens bei 51,2% der Patienten, ohne direkte Korrelation zur klinischen Verbesserung. Die Patienten tolerierten die Behandlung hervorragend, Miktionsverhalte oder systemische Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Die Autoren empfehlen deshalb die Methode als Therapie der ersten Wahl bei der überaktiven Blase.

Literatur

  1. de Sèze M, Raibaut P, Gallien P et al. (2011) Transcutaneous posterior tibial nerve stimulation for treatment of the overactive bladder syndrome in multiple sclerosis: Results of a multicenter prospective study. Neurourol Urodynamics 30,3:306-11